Half / Time in Cannes

Von Anja Glässing – Zeit zu einer Zwischenbilanz in Cannes: Deutsche Agenturen haben bis jetzt mit nur 35 Trophäen deutlich weniger erreicht als im letzten Jahr. Vor allem in den Kategorien Product Design, Entertainment for Music, Entertainment und Media gab es enttäuschte Gesichter. Einen Grand Prix konnte bislang lediglich Grey in der Health-Konkurrenz gewinnen, abgesehen von einer Goldmedaille für Scholz & Friends für die tolle Kampagne für den ‚Tagesspiegel‘ kommen die deutschen Arbeiten bis dato kaum über Bronze und Silber hinaus.

Ein weiterer Paukenschlag zur Halbzeit: das internationale Agenturnetzwerk Publicis verzichtet im kommenden Jahr auf seine Investments in Cannes, um stattdessen mehr in die Entwicklung der AI-Plattform Marcel zu investieren. Dies würde nicht nur die Tochter Publicis Communications betreffen, sondern auch Töchter wie Leo Burnett, Saatchi&Saatchi und BBH. Wer erwartet hatte, dass dieses Jahr in Cannes die ganz großen VR- und AI-Projekte zu sehen sind, wird enttäuscht. Die Technik entwickelt sich zwar weiter, die großen und überzeugenden Kreativideen dazu fehlen allerdings.

Trotzdem ist die Stimmung entspannt. Groß gefeiert wird das Thema ‚Diversity‘. Laut w&v geht es dabei um Frauen und ihre Bedeutung in der Kreativindustrie und um gesellschaftlichen Themen, wie unterschiedliche Hautfarben. Darüber haben auch Twitter-Kreativchef Jayanta Jenkins und facebook referiert.